Ausstellungsprojekt „100 Jahre Bauverein – Wohnen im Wandel“

Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte aufgrund der Industrialisierung und des ersten Weltkrieges großer Wohnungsmangel in Schweinfurt. Der 1917 gegründete Bauverein – eine gemeinnützige Baugenossenschaft – setzte sich die Bekämpfung der Wohnungsnot zum Ziel. Bereits 1920 konnten die ersten 36 Häuser in der Gartenstadt bezogen werden.

Anlässlich seines 100jährigen Bestehens 2017 entschloss sich der Bauverein, eines dieser Wohnhäuser in der Georg-Groha-Straße 25 der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit diesem Haus steht ein authentischer Ort zur Verfügung, der das Leben der Arbeiterbevölkerung in Schweinfurt erfahrbar macht.

Von 1920 bis in die 1990er Jahre bewohnten Mitglieder derselben Familie das Haus. Es erfuhr dadurch nur wenige bauliche Veränderungen. Möbel und Einrichtungsgegenstände aus verschiedenen Jahrzehnten machen die Geschichte von drei Bewohner-Generationen erfahrbar. Auch der Kleintierstall, der ursprünglich zu jedem Haus gehörte, ist noch vorhanden und soll wieder genutzt werden. Der Garten, der die Grundlage der Lebensmittelversorgung jeder Arbeiterfamilie bildete, wurde durch die Mitarbeiter des Bauvereins wieder reaktiviert und kann besichtigt werden.

Daneben wird auf den etwa 130 Quadratmetern des Hauses die Geschichte des Bauvereins präsentiert – von der Gründungsversammlung im Juli 1917 bis zu den Zukunftsplänen der Genossenschaft.

Daniela Kühnel